Sommersonnenwende - Litha, das Fest der Mondgöttin

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Sommersonnenwende - Litha, das Fest der Mondgöttin

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Sommersonnenwende

Litha, das Fest der Mondgöttin

Die Sommersonnenwende wird seit alten Zeiten gefeiert und ist ein altbekanntes rituelles Fest der Kelten und Druiden. Dann wenn die Sonne am höchsten und am längsten leuchtet und die Nächte kürzer werden, beginnt zum 20.6 die Sommersonnenwende der Mittsommer. 
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So feiern wir aus der Druidenküche auch, die Tage des Lebens und der Fruchtbarkeit in harmonischem Einklang mit der Natur und all den schönen Dingen die sie uns zu bieten hat. 
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Doch woher kommt eigentlich das Sommersonnenwenden Fest? 
Was genau wird da gefeiert? 
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Wir aus der Druidenküche kennen das Sommersonnenfest auch als das Fest von Litha, der Mondgöttin. Die alten Kelten feierten 12 Tage lang diese besondere Zeit, in der sich eine ganz einzigartige energetische Qualität in das Leben der Menschen verwebt. Eine magische Zeit, in der sich der Schleier der Erkenntnis, hin zur Anderswelt lüftet. In den Geschichten heißt es, dass man in dieser besonderen Zeit, die Tiere sprechen hören kann und die Elfen und Feen tanzen sieht. 
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Litha galt als Mondgöttin. Denn als Mondgöttin hält sie die Energie in Balance, sie vereint die Energien von Wachsen und Abnehmen. 
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In dieser Zeit fragen die Menschen sich häufig, wie es mit ihrer eigenen Balance steht. Ist sie gegeben? Oder was braucht es um seine eigene Mitte zu finden?
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Das Sommersonnenwenden-Fest bildet das Zentrum, den Mittelpunkt. Den Moment zwischen dem Ein und Ausatmen. Zeitqualität jenseits von Zeit und Raum. Das Jahr atmet aus....und atmet ein. Die Tage werden nun kürzer und die Nächte werden länger, das einatmen führt uns in die Tiefe.
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Sind wir bereit?
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In einem solchen Moment, reichen uns die kosmischen Kräfte der Natur, ihre Energie als Impuls und ihre Kraft als einatmendes Erwachen. Die kosmische Kraft möchte in unser Leben ein erwachen. 
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In welchen Bereichen unseres Lebens möchten wir noch mehr erwachen?
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An diesem wunderbaren Tag, erzählen die alten Geschichten, werden der Mond und die Sonne heiraten und den Tanz der Liebe wählen - dies als Symbol von Tag und Nacht, Sonne und Mond, Yin & Yang. So lässt sich an dieser Stelle, die Yinische Zeitqualität erkennen. Die Sonne und der Mond, gelten als dieses Symbol in uns, als Yin & Yang. 
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Unser persönlicher Tanz der Liebe erwacht, Yin & Yang, in welcher Weise werden wir ihn erleben?
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Das Yin die männliche Kraft gibt sich dem Yang der weiblichen Kraft hin. So ist das Fest von Sommersonnenwende, auch ein liebevolles Fest des Yin hin zum Yang der der Sonne, ein Fest der Ehre.
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Das Leben umarmt die kürzeste Nacht - auf diese Weise werden wir daran erinnert, dass es um das (er)Leben geht, das Leben zu genießen und dafür schenkt uns die Schöpfung das längste Licht des Tages. 
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Haltet ein wenig inne und reflektiert - welches Licht schenkt uns die Schöpfung um uns zum liebenden Tanz des (er)Lebens einzuladen?
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Welche Bereiche unseres Lebens, Seins, Wahrnehmens verweigern wir uns (unbewusst) zu diesem Tanz?
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Die Einladung dieser Tage lautet, die Energie der Zeitqualität so in unser Leben zu verknüpfen, um damit ins Sein, Handeln und Tun zu kommen.
Die Natur gibt uns in dieser Zeit ihre nährende Qualität der Energie und Kraft, um altes los zu lassen und neues entstehen zu lassen. 
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Um sich voll und ganz mit seinem Selbst und der Natur zu verbinden, wurden einige Rituale vollzogen, die es den Menschen leicht machten, den alten Ballast abzuwerfen, sich auf das Neue zu konzentrieren und gewisse Qualitäten neu zu fokussieren. 
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Hier möchten wir euch gerne einige dieser Rituale, die wir selbst auch vollziehen, vorstellen: 
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  • Sommersonnenwenden Lagerfeuer
  • Verbrennen von Räucherwerk ( Beifuss, Salbei, Palo Santo) 
  • Der Sprung über das Feuer, ein Pärchen mit haltenden Händen erwarten eine bald eintreffende Hochzeit
  • Das Verbrennen von Wünschen ( Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft)
  • Blumen aus Heilpflanzen im Haar, die später zu Tee und Heilsud verarbeitet werden
  • Spiegel aufgestellt, um das Sonnenlicht einzufangen

Diese Gegenstände benötigt ihr für eure Rituale: 

  •  Saatgut (Äther)
  •  Muttererde (Erde)
  •  Wasser (Wasser)
  •  Federn (Luft)
  •  Feuer oder rote Servietten (Feuer)
  •  Eine Schüssel
  • Blatt Papier, Stifte zum Schreiben

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Am Abend wird sich nun ans Feuer gesetzt, alle Utensilien werden für das Dankbarkeits Ritual genutzt. Hierzu werden Samen aus Wildgutgemischen mit der Erde vermischt, beim vermischen konzentrieren wir uns ganz auf die Kraft der Pflanzen, dann geben wir etwas Wasser hinzu und formen daraus kleine Kugeln, hierbei ist es an der Zeit die eigenen Wünsche und Visionen zu visualisieren und wofür wir dankbar sind. Jede einzelne Kugel wird dann auf eine rote Serviette gelegt und eine Feder wird hinzugefügt. 

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Schreibt dann auf ein Blatt Papier, negative oder einschränkenden wiederkehrenden Kreisläufe und Erfahrungen , die ihr aus der Vergangenheit gerne loslassen möchtet, welche Talente und Eigenschaften aus der Gegenwart ihr gerne verstärken möchtet und was ihr euch für die Zukunft wünscht.

 Hierzu wird folgendes gesprochen: 

 

"Bei diesem Ruf nach alter Sitte,
ersuch ich euch um unsere Bitte,
uns die Kräfte nun zu leihen,
den Litha-Kreis nun hier zu weihen.“

 

Hierbei wird sich auf jede einzelne Kugel konzentriert, die Kraft darin gespürt und die Wünsche und Dankbarkeit geäußert. 

 

„Bei diesem Ruf nach alter Sitte,
dank´ ich euch mit meiner Bitte,
den Kräfte nun hier zu stärken,
Auf das das gute kann wohl wirken.“

Dann werden die Kugeln unter einem Baum zum trocknen gelegt. Dies kann einige Tage dauern. Die Kugeln können später verschenkt werden, um der Natur eine Freude zu bereiten. Das Blatt Papier mit euren Wünschen, wird dann in Dankbarkeit in das Lagerfeuer geworfen, gerne bei einem liebevollen Tanz um das Feuer herum. 

 

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Magische Heilkräuter für die Sommersonnenwende

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Johanniskraut oder Hartheu (Hypericum perforatum)


ist wohl die Pflanze wenn es um Mittsommer geht. In Wales galt sie als "Heilige Pflanze", die Schotten warfen sie ins Mittsommerfeuer. Über Türen und Häuser gab sie Schutz wie das Eisenkraut. Es heisst, sie seien mit der Kraft der Sonne gefüllt und sollten zur Mittagszeit an Mittsommer geerntet werden, um die stärkste Sonnenkraft zu enthalten.
Johanniskraut wird auch oft in Bezug zur Liebe benutzt. Als Heilkraut wirkt es nervenberuhigend und bringt Licht in die Seele.

 

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Kamille (matricaria chamomilla)


darin sahen die Nordvölker das Antlitz des Sonnengottes Balder und nannten es Baldurs Braue. Als "Mutterkraut" reinigte man damit das Wochenbett.

 

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Quendel (Thymus serpyllum)

ein "Frauenkraut" der Freiya geweiht, wurde im Wochenbett unters Kopfkissen gelegt. Die Slawen nannten es "Seelchen der Mutter“.

 

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Bärlapp (Lycopodium)


wurde mit in den Johannisgürtel gewoben und verbrannt. Der gelbe Sporenstaub soll laut knallen, wenn ihn die Flammen berühren.

 

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Beifuss (Artemisia vulgaris).


das heilsame, "heisse" Kraut, ein Frauenkraut, in welchem die Göttin Artemis, Dea-Ana, anwesend sein soll. Ins Feuer geworfen, entsteht eine violette Lohe, durch die man springen konnte.

 

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Arnika (Arnica montana)


wurde um die Felder gesteckt, um diese vor bösen Dämonen zu schützen und damit die Kraft des Kornes nicht schwand.

 

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Ringelblume (Calendula officinalis)


auch Mariengold oder Sonnenbraut (spannende Verbindung von Maria und Braut). Einst der Freiya geweiht, wurde sie bei Liebeszaubern verwendet. Mädchen säten sie in die Fussspuren ihres Geliebten, damit diese zu ihnen kommen.

 

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Holunder (Sambucus nigra)


der Göttin Holle geweiht und mit der Liebe in Verbindung gebracht. Der Holdertag, ein weiterer Name für Mittsommer ist ein traditioneller Tag um Holunderküchlein zu backen. Er gilt auch als Apotheke des Bauern.

 

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Margerite oder Wucherblume (Chrysanthemum leucanthemum)


vor allem eine Orakelblume "Er liebt mich, er liebt mich nicht", unter das Kopfkissen gelegt, träumt man von seinem Zukünftigen.

 

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Stein- und Eisenkraut (verbena officinalis)


gilt als ein heiliges Kraut und steht für Heilung. Es verleiht die Gabe Dinge in einem klaren Licht zu sehen und repräsentiert ebenfalls die Sonne auf ihrem höchsten Stand. Es wird als Schutz gegen den bösen Blick aufgehängt. In Spanien wird der Mittsommervorabend "Nacht der Verbena" genannt. Es heisst, dass im Eisenkraut, der Gefährte der Göttin als Donner anwesend ist. Aus diesem Grund wurde das Kraut rund um das Feld gesteckt, um vor dem Donner zu schützen. Die Schmiede nutzten das Eisenkraut zum Härten und es sollte die Liebe zum "Glühen" bringen. Den Männern in den Liebestrank eingeträufelt, sollte ihr bestes Stück "härten".

 

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Schafgarbe (Achillea millefolium):


die "Augenbraue der Venus" gehört ebenfalls zu den Frauenheilkräutern und steht entsprechend mit Liebesgöttinnen in Beziehung.

 

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Heilziest (Stachys officinalis, Betonica officinalis):


früher ein sehr hoch geschätztes Allheilmittel.

 

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Klette (Arctium lappa):


die Bärenpflanze der Kelten und Germanen ist den Wetter-, Blitz- und Donnergöttern geweiht. In die Giebel gesteckt, hilft sie gegen Blitzeinschlag. In der Mittagsstunde der Sommersonnenwende suchte man unter den Wurzeln die "Johanniskohlen".

 

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Sonnenwendbuschen, Sonnenwendgürtel


sind vor allem aus dem deutschen Sprachraum bekannt. Oft steckt die Königskerze (Verbascum) in der Mitte und wird auch als Sonnenwendpflanze bezeichnet.  Sonnenwendgürtel werden oft aus Beifuss geflochten und im Mittsommerfeuer verbrannt. Ein Brauch ist es auch, nur mit dem Sonnwendgürtel bekleidet, einem Kranz in den Haaren und Eisenkraut in der Hand durch die Flammen zu springen.

 

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Kräuterkränze


schmückten Wegkreuzungen oder Heiligenbilder - früher wahrscheinlich Götterstatuen. Auch das Haus wurde festlich geschmückt.

 

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Farnsamen


am Abend der Sommersonnenwende gesammelt, konnten unsichtbar machen. Wenn man sie um die Augen reibt, lassen sie uns das Feenvolk erkennen.

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Mistel

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die heilige Pflanze der Druiden wurde zu Mittags mit der goldenen Sicheln aus Eichen geerntet und durfte nie den Boden berühren.

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Wichtig ist, dass ihr die Heilpflanzen nur zu 1/3 abschneidet und den Rest stehen lasst, dass die Pflanze weiter wachsen kann. Beim schneiden tut es der Pflanze auch gut, wenn man vorher mit ihr kommuniziert oder ein kleines Chant singt. Bitte achtet auch darauf, dass manche Heilpflanzen, wie z.B das Johanniskraut Medikamente im Körper beeinflussen können, informiert euch also bitte vorher ausgiebig über diese wundersamen Geschöpfe der Natur. Lasst auch gerne nach dem Beschneiden ein Dankeschön für die Pflanze dar, sie wird es euch mit voller nächster Blüte in ihrer ganzen Schönheit danken. 

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Die Heilpflanzen wurden gerne von den Weibern zu Kopfkränzen geflochten und den Abend über getragen. Am nächsten Tag hat man diese dann zu Tee verarbeitet oder stellte daraus Medizin her. 

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Wir hoffen wir konnten mit diesem Beitrag zu einer neuen aber auch alten Festlichkeit beitragen und euch dazu inspirieren, diese Tage ein wenig Bewusster im Einklang mit der Natur zu gestalten. 

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Ein schönes Sommersonnenwenden-Fest wünschen wir euch allen! :) 


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